Kreative Landschaftsfotografie

Kreatives Fotografieren - Erläuterungen zum Panning in der Landschaftsfotografie

Die Bretagne mit ihrer herrlichen, wild-herben Landschaft, den gewachsenen Dörfern, den bunten Hafenstädtchen und dem Atlantik, der in seinen Farben an die Karibik erinnert, bieten einer begeisterten Fotografin wie mir eine Unmenge an Motiven und ein unglaubliches Licht.

Im Nullkommanix wird man geradezu süchtig danach, den Auslöser zu drücken, wird man zur willenlosen Paparazza.... :-)



Das Foto ist nachmittags an einem herrlichen Tag am Meer entstanden. Um nicht jeden Stein von jeder Seite dreimal zu fotografieren, habe ich mich kurzerhand entschlossen, diese traumhafte Szenerie auf andere Art abzulichten. Ich habe das Ganze mittels der Panning-Technik verwischt.

Die Panning-Technik wird vorwiegend bei bewegten Objekten angewandt, wobei der Fotograf mit der Kamera dem Objekt folgt und es dabei so fotografiert, dass es weitgehend scharf vor einem verwischten Hintergrund abgelichtet wird. Besonders in der Sportfotografie findet man diese Mitzieher sehr häufig. Wie schon andere Fotografen vor mir habe ich diesen Effekt des Verwischens hier in der Landschaftsfotografie angewendet, zum einen, weil ich sehr gern experimentiere und zum anderen, um so mehr Abwechslung in die Art meiner Bilder zu bringen. Außerdem kann man das Panning wetterunabhängig überall einsetzen, auch in einer Umgebung, die weniger reizvoll und beeindruckend ist oder die man vielleicht schon komplett „durchfotografiert“ hat wie z.B. den Garten, die bekannte, nähere Umgebung.

Bei der Panning-Technik handelt sich um eine Langzeitbelichtung, bei der man während der Belichtung die Kamera bewegt, um den Effekt des Verwischens zu erreichen. Dabei kann man seinen Ideen völlig freien Lauf lassen, man kann die Kamera in jede Richtung bewegen, von oben nach unten oder umgekehrt, von links nach rechts. Meine Kamera habe ich bei diesem Bild dem Motiv entsprechend von links nach rechts gezogen, um die horizontalen Linien der Umgebung (Felsen – Meer – Himmel mit Wolken) zu betonen. Mit ein wenig Übung bekommt man das ganz gut hin, ohne dass die Linien zu krumm werden. (Leicht begradigen kann man hinterher dann auch noch in Photoshop.)

Wichtig ist, dass die Belichtungszeit ausreichend lang ist. Diese hängt von der Geschwindigkeit der Bewegung und dem Umgebungslicht ab. Ich habe etliche schöne Resultate schon mit einer Belichtungszeit von 1/60s, 1/30s erreicht, manchmal braucht es aber auch mehr (0,5 s usw.). Noch ein kleiner Tipp: Gut ist, wenn man es schafft, die Kamera erst während der Bewegung auszulösen, nicht schon vorher. Das ergibt einen harmonischeren Effekt. Hier ist Experimentieren angesagt! Um die entsprechenden Belichtungszeiten auch bei Tageslicht zu erreichen, sollte man eine sehr niedrige ISO verwenden und notfalls auch mit Graufilter arbeiten.

Viel Spaß beim Ausprobieren!